Microsoft droht Sammelklage über 3,5 Milliarden Pfund
Ein britisches Berufungsverfahren zwischen Microsoft und dem Lizenzhändler ValueLicensing könnte einen Dominoeffekt auslösen. Eine parallele Sammelklage über 3,5 Milliarden Pfund beobachtet den Fall genau.
Worum es geht
Microsoft wehrt sich seit Jahren gegen den Weiterverkauf gebrauchter Softwarelizenzen. ValueLicensing handelt genau damit — und zieht jetzt vor das Berufungsgericht. Der Ausgang könnte Präzedenzwirkung haben.
Zahlenbox
- £3,5 Mrd.** — Volumen der parallelen Sammelklage gegen Microsoft
- April 2026** — Start der Berufungsverhandlung
- 1 Konzern** — gegen eine ganze Branche von Wiederverkäufern
Das Geschäftsmodell, das Microsoft hasst
Gebrauchte Softwarelizenzen weiterverkaufen — in Europa grundsätzlich legal. Der Europäische Gerichtshof hat das 2012 klargestellt. Microsoft sieht das anders und macht Händlern wie ValueLicensing das Leben schwer. Jetzt entscheiden britische Richter, wie weit Redmond dabei gehen darf.
💡 Was das bedeutet
Verliert Microsoft die Berufung, stärkt das die Position der Milliarden-Sammelklage massiv. Unternehmen, die jahrelang Vollpreis für Lizenzen gezahlt haben, könnten Ansprüche geltend machen. Für Microsoft geht es nicht um einen Einzelfall — es geht um das gesamte Lizenzmodell.
Pro (für die Kläger)
- EU-Recht erlaubt Weiterverkauf digitaler Lizenzen
- Sammelklage gibt kleinen Käufern eine Stimme
- Wettbewerb drückt Preise für alle
Con (für die Kläger)
- Microsoft hat tiefe Taschen und lange Ausdauer vor Gericht
- Britisches Post-Brexit-Recht könnte von EU-Linie abweichen
- Cloud-Modelle machen klassische Lizenzen ohnehin obsolet